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Universitätsklinik für Psychiatrie II

Einrichtung für psychische und psychosomatische Erkrankungen
Tirol Kliniken
Medizinische Universität Innsbruck

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Tagesklinik für Adoleszenz

Die neu gegründete Tagesklinik für Adoleszenz, welche mit 11.01.2021 den Betrieb aufnahm, ist auf 12 Behandlungsplätze ausgelegt und ist eine Kooperation zwischen Univ.-Klinik für Psychiatrie II (7 Behandlungsplätze) und der Univ. Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes-und Jugendalter Innsbruck (5 Behandlungsplätze).

Unser Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit seelischen Problemen und psychisch bedingten Entwicklungsblockaden auf dem Weg zum Erwachsenwerden.

Ziel der Behandlung ist die Unterstützung unserer Patient*innen in der Bewältigung altersspezifischer Entwicklungsaufgaben, wie

  • Ausarbeitung und Verfolgung eines persönlichen Lebensentwurfes
  • Entwicklung einer stabilen persönlichen Identität
  • Anstreben finanzieller und emotionaler Unabhängigkeit
  • Aufbau von tragfähigen Beziehungen zu Gleichaltrigen
  • Fähigkeit zu Intimität und Partnerschaft

 

Die Tagesklinik für Adoleszenz steht Patient*innen im Alter von 16 bis 25 Jahren mit folgenden Diagnosen zur Verfügung:

  • Angststörungen und Zwangsstörungen
  • Anpassungsstörungen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen bzw. komplexe Traumafolgestörungen
  • dissoziative und somatoforme Störungen
  • Schmerzstörungen
  • Essstörungen
  • depressive Störungen
  • Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen
  • unspezifische schwere Adoleszenzkrisen
  • chronische(s) selbstverletzendes Verhalten/Suizidalität
  • gelegentlicher Substanzmissbrauch
  • ADHS
  • Gaming disorder

 

Kontraindikationen bestehen bei:

  • akuter Selbst- bzw. Fremdgefährdung ohne Bündnisfähigkeit
  • akuter Psychose
  • manifester Suchterkrankung
  • schwerer Delinquenz bzw. dissozialem Verhalten
  • deutlich unterdurchschnittlicher bzw. mangelhafter Begabungsausstattung

 

Voraussetzungen für die ambulante tagesklinische Behandlung sind:

  • Gesicherte Wohn- und Lebenssituation
  • Tägliche Erreichbarkeit vom Wohnort mit öffentlichen oder privaten Verkehrsmitteln - maximal 2 h tägliche Fahrzeit
  • Ausreichende Deutschkenntnisse um an Gruppenpsychotherapien teilzunehmen

 

Als tagesklinische Therapieform bieten wir den Patient*innen eine offene Behandlung werktags von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr für eine Dauer von 12 Wochen an. Damit verbringen unsere Patient*innen die Abende, Nächte, Wochenenden und gesetzlichen Feiertage an ihrem Lebensmittelpunkt. Dadurch wird die Behandlung eng mit der Lebenssituation der/des jeweiligen Patient*in verknüpft. Diese enge Verknüpfung erweitert die klassische psychiatrische „bio-psycho-soziale Herangehensweise“ an menschliches Erleben und Verhalten, um eine „in-vivo - Diagnostik und Behandlung“: Konflikte, Probleme, aber auch Lösungsansätze spiegeln sich täglich und unmittelbar im Therapieprozess wider, können und müssen – damit sie sich als Behandlungsfortschritt täglich neu in der Lebenspraxis bestätigen können – auch hier behandelt werden. Die/der einzelne Patient*in kommt über die verpflichtende Teilnahme am Therapieplan zu spezifischen Therapieangeboten, erlebt eine allgemeine Aktivierung und Tagesstrukturierung, kommt in Kontakt mit Mitpatient*innen und Teammitgliedern, wird Teil einer therapeutischen Gemeinschaft und fügt sich in ein therapeutisches Setting ein.

Das Therapiekonzept basiert schwerpunktmäßig auf ein halboffenes gruppentherapeutisch orientiertes Angebot mit einer Kombination von psychodynamisch orientierter Gruppen- und Einzeltherapie, von verbalen und nonverbalen Therapieverfahren. Das Gruppenpsychotherapiesetting sieht wöchentlich je 4 Gruppentherapien und ein Einzelgespräch vor. In der tagesklinischen Behandlung werden von einem multiprofessionellen Team psycho-, pharmako- und soziotherapeutische Maßnahmen in einem Therapieplan gebündelt, und in Form eines tagesstrukturierenden Programms den Patient*innen angeboten. Die Teilnahme an diesen Therapieangeboten ist für die/den einzelne/n Patient*in verpflichtend. Der Therapieplan, für dessen Aufrechterhaltung das Team verantwortlich und an dessen Teilnahme die/der einzelne Patient*in verpflichtet ist, konstituiert das therapeutische Setting und gleichzeitig die therapeutische Gruppe, die zunehmend als “Therapeutische Gemeinschaft“ wirksam wird.

Die komplementären Therapien beinhalten Sozio-, Ergo- und Sporttherapie, das Erlernen von Entspannungsverfahren und Skills, Wahrnehmungstraining sowie Psychoedukation (der „Erwerb von Wissen über die Grundlagen und Behandlungsmöglichkeiten der jeweiligen Störung), womit auch verhaltenstherapeutische Elemente additiv eingesetzt werden. Ergänzend bieten wir Haushaltstraining (Kochen, …) sowie erlebnisorientierte Therapien bzw. Projekte an. In Kombination mit dem psychotherapeutischen Zugang erfolgt bedarfsweise eine psychopharmakologische Behandlung.

 

Übersicht über das therapeutische Angebot:

  • Eingehende medizinische und psychodiagnostische Abklärung
  • Medikamentöse Behandlung
  • Psychodynamisch orientierte Einzel- und Gruppenpsychotherapie
  • Musik-, Tanz- bzw. Körpertherapie
  • Psychoedukation, Zielgruppe, Arbeit mit Symptomprotokollen
  • Physiotherapie, Bewegungsgruppe, Sport
  • Ergotherapie und Gestaltungstherapie
  • Skills Training
  • Entspannungstherapie
  • Sozialtherapie
  • Ernährungsberatung
  • Esstherapie (Kochen, …)
  • Außenaktivität, Projektgruppe (Natur, Handwerk, Abenteuer, …)

 

Telefonische Terminvereinbarung:

Für ein Erstgespräch über das Sekretariat unter +43(0)50 504-27081 (Montag bis Donnerstag 09:00 - 12:00 Uhr) Falls die Indikation für eine derartige Behandlung unklar ist, bieten wir (OA Dr. J. Hinterhölzl und OÄ Dr. C. Sondermann) auch eine diesbezügliche telefonische Klärung an.

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