Spezialsprechstunde für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen - Mitarbeiter:innen
- Priv. Doz. Dr. Horst Mitmansgruber
- Dr.in Nicola Janecke
- Michael Pöll, PhD
- Dr.in Cathrin Schiestl
Was ist eine Persönlichkeitsstörung?
Unter Persönlichkeitsstörungen versteht man langjährige Schwierigkeiten mit der Identität/Selbstbild, den eigenen Emotionen, der eigenen Impulsivität und mit zwischenmenschlichen Beziehungen. In der Regel haben sie ihre Wurzeln bereits in der Kindheit. Die Persönlichkeitsentwicklung durch diese belastenden Erfahrungen beeinflusst.
Die resultierenden Bewältigungsstrategien wie z.B. ausgeprägte Vermeidung oder Misstrauen in Beziehungen werden im Laufe der Zeit so selbstverständlich, dass sie auch in der Jugend und schließlich im Erwachsenenalter unhinterfragt fortgesetzt werden.
Ein derartiges Muster, das sich über viele Jahre fortsetzt und erhebliche Belastung verursacht, würde man als Persönlichkeitsstörung beschreiben. Das dysfunktionale Muster hat in der Kindheit eine sinnvolle Funktion erfüllt, sie war eine Überlebensstrategie. Im Erwachsenenalter hat das Muster jedoch seinen Sinn verloren und verursacht Belastung.
Was bieten wir in dieser Spezialsprechstunde an?
Abklärung und Differenzialdiagnose
An der Ambulanz werden diese zentralen Bindungs- und Beziehungsmuster gemeinsam mit den Betroffenen geklärt und erklärt. Die Diagnostik basiert dabei auf aktuellen, sehr innovativen Diagnosesystemen des ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation und des Alternativen Modells der Persönlichkeitsstörungen im DSM-5 der amerikanischen Psychiatrie. Die zentralen Muster einer Person in zwischenmenschlichen Beziehungen werden identifiziert und Betroffene auf eine mögliche Behandlung vorbereitet.
Befundberichte enthalten auch die testdiagnostischen Auswertungen. Sie werden Patient:innen nach Abschluss der Abklärungsphase übermittelt.
Psychotherapeutische Behandlung
Während die meisten Betroffenen gezielt an Expert:innen im niedergelassenen Bereich weitervermittelt werden, kann unter besonderen Umständen auch eine Einzeltherapie an der Ambulanz stattfinden.
Vor allem aber bieten wir eine Reihe von speziell für diese Personengruppe entwickelten Gruppenangeboten an, die im Zuge einer Abklärung von den behandelnden Therapeut:innen empfohlen werden (siehe unten).
Diese einzel- und gruppentherapeutischen Angebote basieren auf jenen evidenzbasierten psychotherapeutischen Methoden, die sich als am wirksamsten in der Behandlung herausgestellt haben: DBT (Dialektische Verhaltenstherapie), MBT (Mentalisierungsbasierte Therapie), ST (Schematherapie) und TFP (Übertragungsfokussierte Psychotherapie).
Diese Gruppenangebote sind zudem in einem Ablauf von gestufter integrierter Versorgung (GIVE) konzipiert, d.h. die Betroffenen können je nach Symptomatik und besonderen Merkmalen auch mehrere Gruppenangebote hintereinander in einem gestuften Behandlungsplan absolvieren. Diese innovative Herangehensweise ist eine Besonderheit im ambulanten Behandlungsangebot in Tirol und Österreich.
Wie funktioniert die Anmeldung?
Die Überweisung kann von niedergelassenen Fachärzt:innen und Hausärzt:innen, sowie von anderen Kliniken der Medizinischen Universität/Tirol Kliniken Innsbruck, Psycholog:innen, Psychotherapeut:innen oder durch Mitarbeiter:innen von psychosozialen Einrichtungen erfolgen. Für jede Zuweisung ist eine klare Fragestellung erforderlich, diese muss Patient:innen schriftlich mitgegeben werden.
Die telefonische Terminvereinbarung erfolgt unter
Ursula Hanti-Dornauer
Ursula Hanti-Dornauer
Tel. 050 504 26 117
Montag - Freitag, 08:00 - 12.00 Uhr
E-Mail: lki.pl.med-psych-amb@tirol-kliniken.at
E-Mail: lki.pl.med-psych-amb@tirol-kliniken.at
Was soll ich zum Ersttermin mitbringen?
- eine Zuweisung oder einen Befundbericht des:der Vorbehandler:in (z.B. zuweisender Facharzt:ärztin oder Fachpsycholog:in)
- Ihre e-card
- eine Liste Ihrer aktuellen Medikation
- weitere Befunde von Untersuchungen (z.B. MRT des Kopfes) falls vorhanden
Welche unserer Gruppentherapie Angebote sind für Menschen mit Persönlichkeitsstörungen geeignet?
DBT - Skills-Training für Borderline-Patient:innen
ST - Schematherapie-Gruppe