Was ist psychiatrische Erkrankung im Leistungssport?
Spitzensport bedeutet Höchstleistung - körperlich, wie mental. Doch gerade weil der Fokus im Leistungssport so stark auf dem Körper liegt, bleiben psychische Belastungen und Erkrankungen oft lange unerkannt. Dabei ist heute klar, dass psychische Erkrankungen im Spitzensport ungefähr gleich häufig auftreten wie in der Allgemeinbevölkerung. Psychische Erkrankungen im Leistungssport können unabhängig vom Sport auftreten oder sportassoziiert sein. Manche Symptome stehen dabei teilweise im Zusammenhang mit Erfordernissen der Sportausübung (z.B. Körpergewicht bei Sportarten, die gegen die Schwerkraft ausgeübt werden).
Wie kann ich mir selber helfen?
Bei Auftreten von psychischen Beschwerden ist eine Kontaktaufnahme mit dem bestehenden Betreuungssystem sinnvoll, z.B. dem/der Sportpsycholog:in, Teamärzt:in, Trainer:in, Familie, Freunde. Gemeinsam können Sie z.B. den Screening-Fragebogen des IOC (
Sport Mental Health Assessment Tool 1) ausfüllen um zu sehen, ob bei Ihnen aktuell eine starke psychische Belastung vorliegt. Essstörungen werden allerdings von diesem Fragebogen nicht gut erfasst. Ihr:e Sportpsychologe:in, Sport:psychotherapeut:in oder Teamarzt:ärztin kann dann mit Ihnen besprechen was hilfreiche nächste Schritte sind und ob eine Vorstellung in unserer Sportpsychiatrischen Spezialsprechstunde sinnvoll ist.

Für wen ist das Angebot geeignet?
Unsere Sportpsychiatrische Spezialsprechstunde richtet sich speziell an Leistungssportler:innen. Denn für Leistungssportler:innen gibt es ganz eigene Belastungsfaktoren: Wettkampfdruck, Verletzungspausen, Reisen über Zeitzonen hinweg, Karriereende, lange Abwesenheit von Freunden und Familie. Wir verbinden psychiatrische Expertise mit fundiertem Wissen über die Anforderungen des Spitzensports.
Häufige Krankheitsbilder, die wir behandeln sind Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Essstörungen, Schlafstörungen, Substanzabhängigkeiten, sowie psychische Belastungssituation, z.B. bei schwerer Verletzungen oder Karriereende. All diese Erkrankungen sind behandelbar - vorausgesetzt, sie werden erkannt und therapiert.
Hier finden Sie Informationen zu unseren wissenschaftlichen Aktivitäten in diesem Forschungsschwerpunkt.
Wie funktioniert die Anmeldung?
Die Überweisung kann von niedergelassenen Fachärzt:innen und Hausärzt:innen, sowie von anderen Kliniken der Medizinischen Universität/Tirol Kliniken Innsbruck, Psycholog:innen, Psychotherapeut:innen oder durch Mitarbeiter:innen von psychosozialen Einrichtungen erfolgen. Für jede Zuweisung ist eine klare Fragestellung erforderlich, diese muss Patient:innen schriftlich mitgegeben werden.
Die telefonische Terminvereinbarung erfolgt unter
Sollten Sie unsicher sein, ob dieses Angebot für Sie das Richtige ist, können Sie vorab bei
Was sollte ich zum Ersttermin mitbringen?
- Falls möglich einen kurzen Befund mit Fragestellung und Diagnose von Ihre:r Sportpsychologen:in, Sportpsychotherapeut:in oder Sportarzt:ärztin
- eCard
- Laborbefunde + EKG-Befunde (wenn vorhanden), z.B. von der letzten Leistungsdiagnostik
- Medikationsliste